Plastikmüll in den Ozeanen

Unsere Meere verkommen immer mehr zu Müllkippen – 8 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich in den Ozeanen.

 

Qualvoller Tod für Tiere

Quelle: wir-von-der-kennedy.de

Die Folgen sind für Mensch, Tier und Umwelt verherrend: Meeresbewohner wie Seevögel, Schildkröten, Fische und Wale verwechseln Plastikteile mit Nahrung und ersticken qualvoll daran oder verhungern, da das Plastik den Magen verstopft.

Eine Plastiktüte kann von einer Schildkröte für ihre Leibspeise Qualle gehalten werden, winzige Plastikteilchen wirken auf Fische wie Plankton. Bei 93% der Eissturmvögel, die zu den Hochseevögeln gehören und sich ausschließlich von Tieren aus dem Meer ernähren, wurden in den Kadavern Plastikteile im Magen gefunden.

Quelle: http://spiegel.de

Gefahr für den Menschen

Strände von unbewohnten Inseln versinken in Müllbergen, aber auch die deutschen Küstenbewohner haben mit dem Plastikmüllproblem zu kämpfen. Für den Menschen besteht die Gefahr über die Nahrung (z.B. beim Verzehr von Fisch) kleinste Plastikpartikel, sogenanntes Mikroplastik, aufzunehmen. Umweltschädliche Stoffe finden somit auch den Weg in die menschliche Nahrungskette. Wie sich diese Partikel längerfristig auf den menschlichen Organismus auswirken ist bisher noch nicht erforscht.

Lange Haltbarkeitsdauer

Der Großteil des Mülls im Meer besteht aus Plastik: Plastiktüten, Zahnbürsten, PET-Flaschen, Kunststoffbehälter und ähnliche Produkte machen drei Viertel des Mülls im Meer aus. Und das Schlimme ist: Bis sich Plastik komplett zersetzt hat, dauert es 350 – 400 Jahre. Das Plastik zerfällt im Laufe der Zeit in immer kleinere Teile, jedoch ist gerade auch das Mikroplastik so gefährlich für die Meeresbewohner und enthält Giftstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel. 32% der 78 Millionen Tonnen verbrauchten Plastikverpackungen weltweit gelangen unkontrolliert in unsere Gewässer. Auch Flüsse und Seen sind von diesem Problem betroffen.

Quelle: ghostfishing.org. Foto: Marion Haarsma

Ebenfalls ein großes Problem stellen die sogenannten Geisternetze dar. Herrenlose Fischernetze, die im Meer umhertreiben und alles in sich einwickeln und einfangen, was ihnen in die Quere kommt. Durch diese Geisternetze verenden nicht nur etliche Fische und Meeressäuger – auch Riffe können durch die Netze Schaden nehmen.

Schifffahrt und Tourismusbranche wirtschaftlich geschädigt

Die Tourismusbranche und die Schifffahrt leiden finanziell enorm unter den Folgen des Plastikmülls in den Weltmeeren. In touristischen Gebieten, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum, gehört es schon zum morgendlichen Alltag die Strände von Plastikmüll zu befreien. Durch solch aufwändige Aktionen belaufen sich allein in dieser Region die jährlichen Kosten für die Tourismusbranche auf 622 Millionen Dollar.

Die Schifffahrt beklagt Netze, die sich in Schrauben verfangen und Plastikmüll, der sich in Ansaugstutzen verfängt. Circa 13 Milliarden Euro beträgt gemäß neuster Schätzungen der gesamtwirtschaftliche Schaden durch Plastikmüll in den Meeren. Kosten, auf denen die jeweilige Industrie sitzen bleibt – die Verursacher werden hier nicht zur Kasse gebeten.

Die Hauptursachen des Plastikmülls in den Ozeanen

In Deutschland werden die Sammel- und Recyclingsysteme finanziert indem Unternehmen, die verpackte Ware verkaufen, eine Lizenzabgabe auf Verpackungen bezahlen. Auch wenn Deutschland innerhalb der EU am meisten Plastik verbraucht, ist das Recyclingsystem fortschrittlich gegenüber vielen anderen Ländern – und auch das Umweltbewusstsein ist stärker ausgeprägt als in manch einem anderen Land.

In den Ländern Südostasiens funktioniert die Abfallwirtschaft aufgrund geringer finanzieller Mittel nur sehr schlecht. Plastik wird in der Regel nicht recycelt, oftmals landet der Müll in Flüssen, wodurch die Abfälle weiter in den Ozean transportiert werden. Geld für das Einsammeln und Trennen von Müll ist praktisch nicht vorhanden.

Quelle: https://www.deutschland.de

Umso wichtiger wäre es, dass auch in anderen Ländern sich Unternehmen an den Entsorgungskosten für ihre Verpackungsmaterialien beteiligen – und internationale Vereinbarungen sowie nationale Gesetze in den betroffenen Ländern geschaffen werden, um zukünftig und längerfristig Plastikmüll in unseren Weltmeeren zu vermeiden.

Plastikmüll weiterverarbeiten

Das Upcycling von Plastik findet weltweit immer mehr Zuspruch und Anhänger. Upcycling bedeutet im Gegensatz zum Recycling, dass das Produkt ohne weitere (chemische) Verfahren weiterverarbeitet wird. „Aus alt mach neu“, so können beim Upcyceln neue und hochwertige Produkte entstehen – und der Fantasie und Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

 

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